
Wertvoll Wandeln Magazin by Astrid Kaiser
Mindful Inner Work Impulse für Veränderung, die sich wie Ankommen anfühlt
Journaling ist ein Werkzeug für ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung, das ich besonders häufig empfehle und selbst überzeugt praktiziere. Ich nenne es Pen & Paper Magic. Es ist eine wundervolle Möglichkeit, schreibend mit unserer Innenwelt in Kontakt zu kommen, uns selbst zu erkunden und uns so stimmiger und selbst-bewusster zu führen.
In diesem Artikel stelle ich dir eine Variante vor, wie du Journaling nutzen kannst, um deine Ziele und Visionen zu verfolgen. Doch zuvor ein paar wichtige Worte zu Zielen...
Wenn du deine Ziele, Wünsche und Visionen aufschreibst und regelmäßig schriftlich nachhältst, erreichst du mehr davon. Mehr noch - du lernst dabei auch viel über dich selbst:
All das ist ein Wissen, das uns näher an unsere Ziele und auch an uns selbst heranbringt. Ein Wissen, das wir nutzen können, um besser darin zu werden, unser Leben selbst-bewusster zu gestalten.
Im Setzen und Umsetzen von Zielen und Visionen erfahren wir zwei der stärksten Faktoren für psychische Gesundheit und gesunde Persönlichkeitsentwicklung: Selbstwirksamkeit und Selbstausdruck. In einer Welt, in der wir immer mehr dazu verleitet werden, uns mit anderen zu vergleichen - uns die großartigen Leben, Karrieren und Erfolge anderer auf allen Kanälen vor die Augen gehalten werden, ist es umso wichtiger, dass wir uns aktiv dafür einsetzen, uns selbstwirksam zu erleben und unserem eigenen Selbst Ausdruck zu verleihen, statt nur Andere zu bewundern, zu beneiden und ihnen zu folgen.
Eigene Ziele sowie die Kompetenz und Routinen, diese zu verfolgen, schützen uns davor, uns zu sehr mit anderen zu vergleichen - und zu wollen, was sie haben. Wer im guten Kontakt mit sich selbst ist, und für sein eigenes Vorankommen sorgt, wird darin Frieden und Zufriedenheit finden. Wir (miss)brauchen die intensive Beobachtung der Erfolge von Anderen oft nur als Ersatz für eigene Ziele und Entwicklung. Es ist natürlich leichter, zu wollen, was die anderen wollen oder haben. Oder den Anderen einfach beim "Machen" zuzusehen.
Eigene Ziele festzulegen und ihnen aktiv nachzugehen, ist etwas, das wir erst einmal lernen müssen und das wir uns immer wieder abringen dürfen. Doch nur die eigenen Ziele können wir als Bedeutung und Sinn spüren - nur sie werden erfüllen und echte persönliche Entwicklung entfalten. Natürlich dürfen uns andere Menschen als Inspiration und Vorbild dienen, jedoch nicht als Schablone oder Maßstab.
Wir profitieren auch im beruflichen Kontext davon. Insbesondere Führungskräfte verlieren oft eigene Ziele aus den Augen - was nicht nur frustrierend ist, sondern auch das Gespür für Entwicklung verkümmern lässt. So ist gute Führung, die die Entwicklung anderer Menschen bewirken möchte, schwer möglich. Genauso bedeutend ist es für Gründer:innen und Selbständige, eigene Ziele (die oft mit dem eigenen Business verwoben sind) verfolgen zu können. Und dies auch kontinuierlich, aktiv und bewusst zu tun - um gesund und erfüllend zu leben und zu arbeiten. Es macht einen wesentlichen Unterschied für die Entwicklung und den Erfolg des Business, ob es von Menschen geführt wird, die auch ihre eigenen Ziele leben.
Ziele zu verfolgen und zu erreichen, ist kein Ergebnis, sondern eine Routine.
Die Bullet Journal Methode (kurz BuJo) wurde von Ryder Carroll entwickelt und vereint Ziel- und Aufgabenplanung, To-Do-Listen und klassisches Journaling miteinander. Ich nutze hier und in meinen Journaling-Vorlagen das Kerngerüst der original Bullet Journal Methode - komplett ohne Bastel- und Deko-Elemente. Der Bastel- und Dekohype auf Youtube, Pinterest und Co. rund um Bullet Journals hat kaum noch etwas mit der ursprünglichen Methode zu tun, die eigentlich durch ihre Klarheit, Einfachheit und den ordnenden Charakter besticht. Falls du, um tiefer ins Thema einzusteigen, auf Youtube schaust, werden dir fast nur Anleitungen zum Dekorieren eines Journals begegnen. Schau lieber direkt auf dem Kanal von Ryder Carroll vorbei (allerdings wird er aus kommerziellen Gründen leider auch langsam unübersichtlich...) oder lies vielleicht sein Buch.
Schau dir auf YouTube an, wie Ryder Carroll die Methode geprägt hat.
Die ursprüngliche BuJo-Methode ist wundervoll, genauso einfach wie sie ist. Und sie lässt ganz viel Raum für individuelle Anpassung. Das ist entscheidend. Denn nur so können wir authentische Routinen entwickeln. Wer schon einmal eines dieser "6 Minuten" oder "Ein einfacher Plan" Bücher benutzt hat, wird bemerkt haben, dass es sehr schwer ist, starre Konzepte Anderer in eine persönliche Journaling-Routine umzuwandeln. Irgendwann langweilen die Fragen. Es frustriert, wenn da leere Seiten entstehen. Und nicht alles passt zum persönlichen Leben. Dafür fehlt aber auch Wichtiges. I feel you.
In der originalen BuJo-Version wird alles selbst angelegt. Das kostet natürlich Zeit. Ich arbeite deshalb mit Vorlagen, die ich ausdrucke. Es gibt auch vorgedruckte BuJos, die sind mir allerdings auch zu starr. Alternativ kannst du mit meinen Druckvorlagen arbeiten - einfach zum Newsletter anmelden, dann bekommst du den Link. Ich drucke mir immer einen 6-Monats Vorrat aus. So brauche ich mich nur 2 Mal im Jahr um die Basis zu kümmern.
Meine herzliche Empfehlung:
Nutze dein Ziel-Journal NICHT als Terminplaner oder Kalender. Ich habe meine Termine alle in Outlook. Ich übertrage lediglich im Rapid Logging die Termine des Tages. Was Rapid Logging ist, erfährst weiter unten.
Für alle Bullet-Journal Kenner:innen:
Ich arbeite ohne Index - weil ich keine Lust habe, ihn zu führen und ihn auch nicht nutze. (Der Index ist ein fortlaufend auszufüllendes Inhaltsverzeichnis, das zeigt, auf welcher Seite im Journal sich z.B. welcher Log und welche Collection befindet). Aus meiner Sicht nicht notwendig - einfach blättern oder mit Post-Its markieren. Entscheide selbst.
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