Wertvoll Wandeln Magazin by Astrid Kaiser
Mindful Inner Work Impulse für Veränderung, die sich wie Ankommen anfühlt
Wir können zwar nicht alles exakt kontrollieren und bestimmen. Wir sind der Welt, dem Leben, uns selbst, anderen Menschen aber auch nicht komplett ausgeliefert. Mit Intentionen bringst du mehr Erwünschtes - und Wesentliches - in deinen Alltag.
Eine Intention ist eine klare absichtsvolle Ausrichtung darauf, wie wir handeln, denken, fühlen wollen.
Sie ist ein potenter Entschluss,
Durch Intentionen nutzen wir praktisch und lebensnah unseren inneren Kompass. Deshalb sind sie auch kein "Optimierungs-Tool" - sondern Teil selbst-bewusster und achtsamer Lebensgestaltung.
Ohne Intention ist unser innerer Radar (bzw. Scanner) sich selbst überlassen - und sucht "automatisch" vor allem potenzielle Gefahren, Sicherheit, Gewohntes und Bestätigung. Mit einem "Mal gucken, was kommt" in den Tag zu starten, ist deshalb weniger offen, als wir denken.
Mit einer Intention - einem absichtsvollen Entschluss - hingegen können wir uns wirklich auf z.B. Neugier und Offenheit ausrichten. Wir ent-schließen damit innere Kräfte und geben ihnen eine Richtung. Das macht Intentionen zu einer ganz besonderen Veränderungskraft.
Intentionen werden als Absicht, nicht als finales Ergebnis (wie das oft in der Mindset-Arbeit vorgeschlagen wird), formuliert. Darüber hinaus dürfen sie frei in deiner eigenen Sprache formuliert sein. Sie können z.B. diese Form haben:
"Ich möchte" drückt eine sanftere Ausrichtung aus als "Ich werde" - hier darfst du spüren, was besser für dich passt. XYZ steht für ein Gefühl, bewusst gewählte Gedanken oder Qualitäten des Handelns: z.B.
Intentionen können auch hervorragend auf unsere Stärken und Werte ausgerichtet sein, und uns helfen, sie zum Ausdruck zu bringen.
Wir können uns Intentionen nicht einfach "ausdenken" (jedenfalls funktionieren sie dann nicht wirklich). Sie werden vielmehr "gewählt" aus dem, was uns unsere innere Stimme meldet, die auch unsere Herz- und Bauch-Weisheit einbezieht. Sie berücksichtigen innere Bedürfnisse, Werte und unser Wesen. Darum entsprechen sie auch unserem inneren Kompass.
Es geht nicht darum, aus auf irgendwelchen Denk- und Verhaltensappelle auszurichten, die ihren Ursprung meistens in äußeren Idealen haben und immer dann in unsere Aufmerksamkeit vordrängen, wenn wir ihnen gerade nicht gerecht werden - wie z.B.:
Wenn wir unseren Intentionen nachspüren, dürfen wir achtsam prüfen, ob das, was wir vorhaben, dem entspricht, was WIR wollen oder ob es bloß Aufforderungen "Anderer" sind, denen wir gar nicht wirklich folgen wollen. Diese achtsame Prüfung hilft uns, Vorhaben, die uns gar nicht entsprechen auszusortieren und bewusst loszulassen. So verringert sich die Zahl unserer inneren Appelle, was viel innere Ruhe und Klarheit bringt.
Die Vorhaben, die uns wirklich entsprechen, transformieren wir dann in vitale Intentionen: Dafür streichen wir, falls vorhanden, das "sollte" und ersetzen es durch "möchte" oder "werde" - und modellieren auch die restliche Formulierung so, dass sie sich gut anfühlt.
Viele Menschen kennen bereits Affirmationen oder vielleicht sogar SMART-Ziele (nach der Regel: spezifisch, messbar, attraktiv, terminiert) - und wundern sich, dass Intentionen mit "Ich möchte" formuliert werden. Ist das nicht zu vage und verwirrt das Unbewusste (oder das Universum)? - Ist oft die Frage.
Spüre einmal selbst am Beispiel nach:
braucht - als Zustandsformulierung - ein tiefes, inneres Ja, um wirken zu können (Affirmation bedeutet wörtlich "Zustimmung"). Ist das Ja vorhanden, sind sie sehr machtvoll. Doch sind wir ehrlich: die meisten Affirmationen glauben wir uns nicht, sie lösen ein leises oder lautes „Nein – stimmt gar nicht“ in uns aus. Das bringt uns sogar ehr vom Weg ab, als es uns dient.
triggern oft Abwehrmechanismen, weil wir im Inneren genau wissen, dass wir nicht alles exakt festlegen können. Und das wollen wir uns dann auch (unbewusst) beweisen. SMARTe Ziele und Affirmationen können wir zudem - zum Zieltermin oder nach der entsprechenden Situation - real als „stimmt" oder "stimmt nicht“ bewerten. Unsere Affirmation z.B. „Ich bin stark und setze mich durch“, kann das später bestätigt werden, oder eben nicht. Und "eben nicht" wirkt sich ungünstig auf unsere Selbstwirksamkeit aus. Das ist ein sehr hoher Preis!
zeigt, klar als Absicht („Ich möchte“) formuliert, eine Richtung auf, während SMARTe Ziele und Affirmationen einen festen Zustand beschreiben („Ich bin“). Diese Vagheit, ist anders als oft behauptet wird, kein Problem. Im Gegenteil: Viele Menschen motiviert eine so formulierte Intention eher als ein konkretes SMART-Ziel oder eine "So tun als ob"-Affirmation. Das liegt daran, dass unser Nervensystem immer nach potenziellen "Gefahren" sucht - und empfindlich auf Unstimmigkeit reagiert. Intentionen schaffen so einen nervensystem-freundlichen Möglichkeitsraum, der stimmig justiert werden kann und nicht verspricht, was wir nicht mit Sicherheit wissen und glauben können (wollen).
Intentionen arbeiten bereits aufgrund ihrer nervensystemfreundlichen Struktur gut mit unserem Unbewussten (denn unser Nervensystem ist ein entscheidender Teil davon). Da Intentionen stimmig erspürt statt ausgedacht werden, gestaltet unser Unbewusstes sie sogar mit - denn Stimmigkeit ist immer ein Einklang mit unbewussten Strukturen. Intentionen sie wirken auch in unbewusste Sphären zurück: Durch ihren stimmigen Fokus beeinflussen sie, was unser Unbewusstes in uns und um uns herum filtert, womit es sich beschäftigt und auch welche Stimmung es supportet: So können Intentionen "bewirken", dass wir besondere Einfälle haben, motivierter oder konzentrierter sind. Vor allem aber können sie unsere unbewussten "Antennen" für relevante Informationen verstärken und unsere kreativen Kräfte positiv beeinflussen. Und das ist oft besser, als alles, was wir uns vorher vorstellen können (um es in SMARTen Zielen festzuhalten)
Das Unbewusste bleibt dabei überwiegend unbewusst und eigendynamisch - aber mehr in unserem Sinn: ich nenne das gern den Tanz von Bewusst-Sein mit dem Unbewussten.
Intentionen ersetzen keine klaren Ziele und Pläne, sie können sie jedoch hervorragend unterstützen - und manchmal reichen Intentionen vollkommen aus, weil sie "Luft" für spontane Wege und Lösungen lassen. Wir können z.B. mit einer klaren Intention in ein Meeting, Date oder auch "unangenehmes" Gespräch gehen. Indem wir unser inneres "Na, hoffentlich geht alles gut" (Scanner) durch ein "Ich möchte Verbundenheit spüren" oder „Ich möchte mich klar ausdrücken und stark fühlen“ (klare Absicht) ersetzen, verändern wir, was wir erleben werden.
Wir können Intentionen aber auch ganz einfach als achtsame und selbst-bewusste Grundausrichtung für den Tag nutzen. Dazu gibt es am Ende des Artikels eine Anleitung.
Wir kennen es von Neujahr-"Vorsätzen": Wer sich selbst mit Lippenbekenntnissen an der Nase herumführt, fängt irgendwann an zu glauben, dass man nichts kann, unmotiviert ist, seine Ziele nie erreichen wird. Dass es sinnlos ist, sich etwas vorzunehmen - und man immer scheitern wird.
Bei Intentionen ist geht es noch etwas tiefer - weil sie ja uns selbst entspringen, Ausdruck unseres Wesens, unserer Werte und Bedürfnisse sind. Wenn wir uns entschließen, ihnen - unserem inneren Kompass - zu folgen, sind sie Versprechen an uns selbst. Diese zu brechen, verunsichert uns zutiefst - und aktiviert unbewusste Schutzmechanismen.
So wird dein Unbewusstes z.B. deine "Absichten" nicht mehr so leicht unterstützen. Noch schlimmer ist jedoch: Auf diese Weise verlieren wir im wahrsten Sinne des Wortes Selbstvertrauen - wir trauen unseren eigenen Absichten (und Versprechen an uns selbst) nicht und auch das Vertrauen in unsere Kraft, Einfluss auf unser Leben zunehmen und selbst zu gestalten, leidet sehr.
Die Lösung ist nun natürlich nicht, auf Intentionen zu verzichten - denn unseren inneren Kompass komplett zu ignorieren, führt nicht nur auf falsche Wege, es drückt sich auch in seelischen Leiden aus.
Was ist zu tun:
Haben wir unsere Intentionen stimmig gewählt - so dass sie zu UNSEREN Werten passen und dem entsprechen, was WIR wirklich wollen - spüren wir ihre Kraft. Dann können uns auch den ganzen Tag Menschen crumpy begegnen - wir sehen dennoch Möglichkeiten oder schaffen Gelegenheiten - unsere Intentionen zu leben.
Und GOOD NEWS zum Schluss:
Es ist nicht relevant, ob und wie gut wir unsere Intentionen umzusetzen. Es geht ausschließlich darum, ob wir es (für unser schlaues Unbewusstes glaubhaft) versucht haben.
Du kannst direkt damit starten, dir mit kraftvollen Intentionen mehr Erwünschtes aka Wesentliches in dein Leben und Arbeiten zu holen: Kleine Alltagsintentionen eignen sich wunderbar, für den Einstieg und um zu üben. Es ist leichter eine Absicht für einen Tag zu fassen als eine, die gleich das ganze Leben betrifft. Dennoch können die Effekte überraschend groß sein. Die Intention kann das Handeln, aber auch das Denken und Fühlen betreffen.
Versuch es doch einmal mit der Vier Wörter Intention am Morgen. Damit kannst du dich absichtsvoll auf den Tag ausrichten - das dient nicht nur deinen Zielen, es ist auch eine wundervolle Achtsamkeitsübung für Self Awareness und Self Leadership.
Konzentrierte Dich auf Deinen Atem. Hol Dir vor Dein inneres Auge, wofür Du gerade in Deinem Leben losgehst und dann ein wichtiges Ziel für diesen Monat, diese Woche und/oder einfach nur für heute.
Setze nun Deine Intentionen für den heutigen Tag, indem Du folgende Sätze mit je einem Wort beantwortest. Du kannst die Intention - die absichtsvolle Ausrichtung - bewusst bestimmen oder einfach zu Dir kommen lassen.
Notiere dir deine Vier-Wörter-Intention auf einen Zettel, in dein Journal oder in deinen Kalender und rufe sie dir im Verlauf des Tages immer wieder ins Bewusstsein, um dich darauf auszurichten.

Ihre größte Kraft entfalten sie, wenn sie - als unser innerer Kompass - unsere tiefen (echten) Werte repräsentieren, wir durch sie unserem Wesentlichen Ausdruck verleihen. Im trubeligen Alltag passiert es oft, dass wir den Kontakt zu unseren Werten verlieren oder nicht entwickeln.
Im Coaching unterstütze ich dich gern dabei, deine Werte (wieder) kennenzulernen, kraftvolle Intentionen zu entwickeln - und auch Hindernisse für die Umsetzung von Intentionen zu erkunden und abzubauen. Nimm gern Kontakt auf. Ich freue mich auf dich.
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